Kapelle am Roten Rain

Die Kapelle am Roten Rain

Die Kapelle am Roten Rain bei den Külsheimer Aussiedlerhöfen (1967/72) wurde bei der Entstehung der Aussiedlerhöfe neu errichtet (1974), besteht aber in Teilen seines Baukerns aus der ehemaligen Hofkapelle in Wolferstetten und stellt eine Nachbildung dar. Ein schöner Schlussstein der ehemaligen Kapelle von 1767 ist in der Vorderwand eingefügt und im Inneren findet sich natürlich ein Hinweis auf die berühmten Riemenschneider Leuchterengel, die einst der Schmuck der Kapelle waren.

Die Vorgeschichte der Kapelle am Roten Rain beginnt 1701, als Franz Baumann eine Hofkapelle in Wolferstetten erbaute. Sie war dem Heiligen Franz von Assisi geweiht. Baumann war Würzburger Amtmann in Hardheim und ließ sich einen Hof in Wolferstetten errichten sowie die besagte Kapelle.

Ab etwa 1890 kamen auf nicht geklärte Weise 2 wunderschöne Leuchterengel in die Kapelle, die, wie sich später herausstellte, von dem berühmten Bildhauer Tilman Riemenschneider in Würzburg gefertigt worden waren.

1912 wurden die Engel im guten Glauben von den Hofbauern für 6700 Goldmark von einem Händler aufgekauft, der sie für 22 050 Goldmark nach London weiterverkaufte. Heute sind sie im Victoria & Albert Museum zu bewundern.

Im Külsheimer Rathaus befinden sich 2 sehr gut gelungene Nachbildungen der beiden Engel.