St. Margarita Eiersheim

Auf der Gemarkung Eiersheim entspringt der Maisenbach, der einem anmutigen Tälchen den Namen gibt und bei der Gamburger Mühle in die Tauber mündet. Der Ort wird zum ersten Mal 1233 urkundlich erwähnt, der Ortsname Eiersheim wird in der Urkunde vom Jahre 1248 als "Iserhem" aufgeführt und kommt vom "Heim des Iser" her. In frühester Zeit gehörte das Dorf den Grafen von Wertheim, später den Herren von Rieneck. Danach war es bis 1803 kurmainzisch und bis 1806 leiningisch. Im gleichen Jahr kam der Ort an das Großherzogtum Baden. Eiersheim wurde 1813 dem badischen Amt Tauberbischofsheim zugeschlagen.

Die erste Kirche wurde im 13. Jahrhundert im frühgotischen Stil errichtet. Sie war dem Heiligen Sebastian geweiht. Reste dieses Kirchenbaus sind im Turm der heutigen Kirche erhalten. Vermutlich handelte es sich um eine Wehrkirche. Davon zeugen etwa der Chorturm oder die Ringmauer. Noch heute besteht der im Jahre 1515 erstamals urkundlich bezeugte ehemalige Chor als Taufkapelle. Um 1680 wurde dieser ältere Kirchenbau teilweise ersetzt. Das zu dieser Zeit an den Chorturm in Ost-West-Richtung angebaute Langhaus war eine Holzkonstruktion, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts baufällig geworden war. Schon diese Kirche war der Heiligen Margareta geweiht. Mit den Planungen zum Neubau der Kirche wurde 1814 begonnen. Da die Baulast lange zwischen der Gemeinde und dem Großherzogtum Baden strittg war, zog sich der Planungs- und Bauprozeß lange hin.

Die jetzige Kirche "St. Margarita" wurde 1831 im Empirestil in Nord-Südrichtung an den alten Kirchturm angebaut und im 20. Jahrhundert mehrfach renoviert. Anläßlich einer umfassenden Renovierung Anfang der 1930er Jahre wurde von den Karlsruher Kunstmalern Gebrüder Hemberger das Deckengemälde mit dem Maria-Himmelfahrtsmotiv angebracht. An der Nordwand der Kirche befindet sich ein schönes frühgotisches Sakramentshäuschen. Die beiden alten Glocken aus den Jahren 1494 und 1505 haben beide Weltkriege glücklich überstanden; sie stammen von dem Heidelberger Glockengießer Lachmann, der um 1520 gestorben ist. Die Glocken dieses Meisters zeigen die gotische Beschriftung. Die dritte Glocke wurde an Weihnachen 1985 feierlich eingeweiht. 2006 wurde die Pfarrkirche St. Margarita zuletzt innen neu renoviert, der Hauptaltar und die beiden Seitenaltäre standen 2010  zur Renovation an. Die heute gebrauchte Orgel ist bereits die dritte, die in die Kirche eingebaut wurde. Sie stammt von der Firma Heissler aus Merkelsheim.

 

Quelle: Wolfgang Krug, Eiersheim