Missionare von der Hl. Familie


Die Missionare von der Heiligen Familie zählten im Jahr 1992 um die 950 Mitglieder, die in 21 Ländern anzutreffen sind. Schon drei Jahre nach dem Tod des Gründers entsandte die Kongregation Missionare in das Amazonasgebiet Brasiliens (1911), später nach Texas, Borneo (Kalimantan) und Java.
Missionare von der Heiligen Familie wirken außerdem in Argentinien, Chile, Madagaskar und Nordnorwegen. Neuerdings auch in Papua-Neuguinea, Weißrussland und in der Ukraine.

 

Ordensgeschichte

 

Am 27. September 1895 eröffnete der französische Priester Jean Berthier, Missionar von La Salette, in einer leerstehenden Kaserne in Grave (Holland) sein Werk für apostolische Spätberufe. Sein Werk stellte er unter den Schutz der Heiligen Familie. Heute sind es rund 950 Missionare von der Heiligen Familie, die in 21 Ländern der Welt die Ziele ihres Gründers zu verwirklichen suchen.

 

Der Gründer und die Gründung


Jean Berthier wurde am 24. Februar 1840 in Chatonnay geboren. Er trat 1862 der Gemeinschaft der "Missionare von La Salette" bei. Über 30 Jahre war er dann in 16 französischen Diözesen als Priester und Volksmissionar tätig. Daneben wird er als theologischer Schriftsteller bekannt.
Schon früh fasste er den Entschluss eine eigene Niederlassung zu gründen mit dem Ziel und der Aufgabe, Priester- und Ordensberufe zu fördern, denn er sah, dass aufgrund des Alters oder finanzieller Not viele Priester und Missionsberufe verloren gingen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten und einiger Vorarbeit konnte er am 28. September 1895 die Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie in Grave / Holland - dahin hatten ihn private Beziehungen gebracht - gründen. Er nahm sich speziell der sogenannten Spätberufe und Minderbemittelten an und bildete sie zum missionarischen Dienst in der Kirche aus.
Er erlebte die erste Entsendung von Missionaren nach Brasielien (1911) nicht mehr. Er starb am 16. Oktober 1908 in Grave. Die MSF ist heute in 21 Nationen tätig.
 
Die erste deutsche Missionsschule wurde 1920 in Oberhundem (Sauerland) eröffnet. Heute hat die MSF in Deutschland fünf Niederlassungen, zwei Gymnasien, eine eigene Pflegestation für pflegebedürftige Mitbrüder und natürlich die Missionsprokura, und das Provinzialat. Darüber hinaus wird die ordenseigene, monatlich erscheinende Zeitschrift "Der Sendbote" (Erstausgabe 1904) erstellt.

 

Spiritualität

 

Unsere spirituelle Grundhaltung lässt sich stichwortartig wie folgt darstellen:

Missionarische Prägung

  • ordentliche und außerordentliche Seelsorge
  • Unterstützung der jungen Kirchen
  • Schul- und Familienpastoral
  • Glaubens- und Lebenshilfe durch unsere Ordenszeitschrift Sendbote
  • religiös-geistliche Begleitung
  • Offenheit für andere
  • begleitendes Gebet

Nazareth verpflichtet

  • eine Atmosphäre der Brüderlichkeit leben
  • Einfachheit im Lebensstil
  • Gastfreundschaft, vor allem für jene, die Rat und Hilfe brauchen
  • Zuwendung und Fürsorge gegenüber kranken und älteren Mitbrüdern
  • Gebet, Stille und geistlicher Austausch

zur Begleitung von Menschen gerufen

  • Geistliche Begleitung, Seelsorgegespräche, Einzelexerzitien, Aussprachen
  • Wir stellen Kapellen und Räume zur Verfügung und gestalten sie für Gebetsgruppen, Glaubensseminare, Exerzitien und Gesprächskreise

  

Missionsgebiete

 

In Nordnorwegen arbeiten die Missionare von der Heiligen Familie seit 1931 in der Diözese Tromsö, die sich vom Polarkreis bis nach Spitzbergen erstreckt. Mit ihren 175.000 Quadratkilometern ist sie etwa halb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Von den etwa 500.000 Menschen, die hier leben, sind nur 1.500 katholisch. Viele von diesen kommen aus anderen Ländern, vor allem von den Philippinen. In dieser extremen Diasporasituation, in der Gemeinden bis zu 500 Kilometer auseinander liegen, wirken polnische Patres der MSF und ein Diözesanpriester. Bischof Göbel, Missionar von der Heiligen Familie, stammt aus Deutschland

In Indonesien begannen die Missionare von der Heiligen Familie 1926 ihre Arbeit in den Urwäldern Ost-Borneos, heute Kalimanten. 1932 folgte Java. Unsere Patres und Brüder arbeiten vor allem in der Pfarr- und Familienseelsorge. In Yogyakarta betreiben sie zusammen mit der Diözese Semarang und anderen Orden eine philosophische und theologische Hochschule. Darüber hinaus unterhalten sie Schulen und Internate und führen Programme durch, die den Menschen in den Dörfern helfen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. Mittlerweile arbeiten indonesische Mitbrüder auch in Papua Neuguinea und Madagaskar. In den letzten Jahren gibt zunehmend Schwierigkeiten mit fundamentalistischen Moslems. Durch Gespräche zwischen Vertretern der verschiedenen Religionen wird versucht, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und so Spannungen abzubauen.
Religionszugehörigkeit: 88% Moslems; 5% Protestanten, 3% Katholiken, 2% Hindus, 2% Buddhisten, Konfuzianer und animistische Religionen.
 
Mit der Ankunft 1911 im Amazonasgebiet beginnt die Geschichte der Missionare von der Heiligen Familie in Südamerika. Heute arbeiten unsere Mitbrüder in Argentinien, Bolivien, Brasilien und Chile. Armut und soziale Not in all diesen Ländern stellen sie täglich vor neue Probleme - im oft unter Dürre leidenden Nordosten Brasiliens, im dünn besiedelten, unwegsamen Amazonasgebiet, in den Armensiedlungen der Städte. Hilfe für Notleidende ist deshalb ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit. Bei der Seelsorge in den oft riesengroßen Pfarreien ist es für sie wichtig, Katecheten heranzubilden, die Kinder unterrichten, Gottesdienste halten, Beerdigungen durchführen und so unentbehrliche Helfer in der Seelsorgsarbeit sind.

Auf der Insel Madagaskar arbeiten neben einheimischen Missionaren von der Heiligen Familie auch Mitbrüder aus Frankreich, Indonesien. Polen und der Schweiz. Ihnen ist die arme Diözese Morombe im Südwesten anvertraut. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt im schulischen Bereich. Bischof Zygmunt Robaszkiewicz MSF kommt aus Polen. Die Missions- und Anbetungsschwestern von der Heiligen Familie, gegründet von einem unserer ehemaligen Generaloberen, nehmen sich der Kranken an und kümmern sich besonders um die Probleme der Frauen.

Quelle: Missionare von der Heiligen Familie e.V.